Ein differenzierter Blick auf den Begriff „Offener Unterricht“
Ein Scoping Review
DOI:
https://doi.org/10.17883/pa-ho-2026-01-08Schlagwörter:
Offener Unterricht, Öffnung von Unterricht, Selbstbestimmung, Partizipation, Scoping ReviewAbstract
Im deutschsprachigen Diskurs gilt die Öffnung von Unterricht als Möglichkeit, auf wachsende Heterogenität und erhöhte Partizipationsansprüche zu reagieren. Gleichzeitig fehlt ein einheitliches Verständnis von Offenem Unterricht sowie eine systematische Operationalisierung des Begriffs. Ziel dieses Beitrags ist es daher, im Rahmen eines Scoping Reviews zu klären, wie Offener Unterricht bzw. Öffnung von Unterricht in der Literatur definiert und beschrieben wird. Nach einem Titel- und Abstract-Screening wurden 49 deutsch- und englischsprachige, schulbezogene Publikationen (Primar- und Sekundarstufe ab Erscheinungsjahr 2000, die explizit auf Offenen Unterricht Bezug nehmen, analysiert. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Die Ergebnisse zeigen vier zentrale Zugänge zu Definitionen: über Merkmale, Unterrichtskonzepte, Gegensätze und Abgrenzungen sowie Dimensionen der Öffnung. Trotz erheblicher begrifflicher Heterogenität erweist sich die Ermöglichung von Selbst- und Mitbestimmung der Lernenden als gemeinsamer Kern. Offenheit erscheint nicht als dichotome Eigenschaft, sondern als graduell variierendes, kontextsensitives Gestaltungsprinzip. Auf Basis der Analyse wurde ein Modell entwickelt, das Offenheit im Unterricht nicht als vorgegebenes Ziel, sondern als dynamischen Gestaltungsprozess begreift. Es kann sowohl als Grundlage für praktische Überlegungen von Lehrpersonen zur Unterrichtsgestaltung als auch für zukünftige theoretische und empirische Arbeiten dienen und leistet einen Beitrag zur systematischen Beschreibung des Begriffs Offener Unterricht.
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